Mein Mega-Marsch 2018 mit 60 Kilometern

Erstmals nahm ich an einem Mega-Marsch teil, der eigentlich geplant war, über 100 Kilometern zu gehen. Und zwar auf dem 2. Grünen Ring, einmal komplett rund um Hamburg herum. Die so genannte Freizeitroute 11 - in 100 Kilometern um die Stadt - hatte ihren Start am Rüschpark in Hamburg-Finkenwerder.

Dort hin gelangte ich mit einer Hafenfähre, welche mich direkt an den Anleger Finkenwerder brachte. Mit dem Bus ging es sodann weiter zum Rüschpark wo um 11 Uhr bereits mehrere hundert Menschen sowie einige Vierbeiner (u. a. 1 x Husky, 1 x Boder-Collie, 1 x Mix-Hund) auf den Start um 12 Uhr warteten.

In mehreren Gruppen wurden die Teilnehmer auf die Reise geschickt. Entgegen des Uhrzeigersinnes, da die geplante Strecke aufgrund eines Fußballspieles im Volkspark am Samstag Abend nicht begangen werden konnte.

 

Als Teilnehmer der dritten Startgruppe, die Uhr ,,schlug" 12:20, begann für mich eine noch die absolvierte Veranstaltung. Von Finkenwerder ging es über 18 Kilometer zum ersten Verpflegungspunkt, zum Außenmühlenteich nach Harburg. Bis dahin warteten Wander-, Geröll und landwirtschaftliche Wege auf die zahlreichen Männer und Frauen, die vielfach mit Walkingstöckern unterwegs waren. Übrigens, eine gute Idee für die Veranstaltung in einem Jahr. Es gibt - obwohl ich nun schon über 20 Jahre in Hamburg lebe und durch meine sportliche Aktivität sehr viel kenne - doch einige Ecken der Freien und Hansestadt Hamburg, die ich noch nie gesehen habe.

Dazu gehörten Moorgebiete, dazu gehörten die Felder im Alten Land (Cranz), aber auch viele bewohnte Gebiete, in die man nur aufgrund solcher Events gelangt. Unterwegs lernte ich einen Herrmann aus dem Münsterland kennen, der in gleicher Schrittgeschwindigkeit unterwegs war. Nach etwas mehr als drei Stunden erreichten wir sodann den Außenmühlenteich, der - da das Wetter einfach fantastisch war - von vielen Menschen ,,geflutet" war. Das Angebot, welches uns Wanderern von den Veranstaltern unterbreitete, war äußerst klasse. Nicht nur Wasser und Obst, auch Kekse, Salami und Schokobrötchen sowie andere Leckereien wurden den Wanderfreunden geboten.

Nach einer viertelstündigen Pause machten wir uns in einem Zweierteam auf die nächste Strecke. Ziel war das Auswanderermuseum Ballinstadt auf der Veddel, welches schon nach weitereren knapp 18 Kilometern erreicht wurde. Hier gab es erstmals die Möglichkeit, sich beim Aussteigen eine Urkunde geben zu lassen, für eine Strecke von ,,40 Kilometern".  Bis zur Ballinstadt durchliefen wir Neuland, die Elbhalbinsel Wilhelmsburg hinauf bis zu den Elbbrücken. Kurz vorher der zweite Verpflegungsstopp. Der Herrmann aus dem Münsterland schaffte es einige Minuten später als ich zum Stopp, danach sah ich ihn nicht mehr. Allerdings schafften es mit ihren Führern auch der Husky und der Border-Collie.

Eine weitere Viertelstunde Pause und es ging in kleineren Gruppen zu den Elbbrücken, wo uns ein Fotograf bat, kurz vor der Elbinsel ,,Entenwerder" auf einem Steg ihm zuzuwinken, während der am Anfang der Elbbrücken stehen blieb. Mal schauen, ob ich - wenn´s denn geklappt hat - ein Foto hiervon erhalten kann. Über Entenwerder (übrigens, eine meiner Laufstrecken) ging es nach Kaltehofe. Hier erfuhr ich sodann auch vom Heimsieg des HSV gegen Schalke 04. Bei Kilometer 41 fiel dann meine Stoppuhr aus. Schade, denn bis dahin habe ich immer die Minutenzeiten erhalten, das blieb fortan aus. Für mich durchaus eine Schwächung.

Der dritte Verpflegungspunkt befand sich auf dem Gelände des Sportvereines Billstedt-Horn. Bis dahin waren sodann 60 Kilometer absolivert.  Zuvor ging es vorbei an Allermöhe und dem bekannten Eichbaumsee nach Billwerder. An der S-Bahn-Station ,,Mittlerer Landweg" kamen erste Gedanken, möglicherweise schon beim dritten Verpflegungspunkt nicht mehr weiterlaufen zu wollen, zumal die Wärme, welche ich über den Tag genießen konnte, nun nicht nur den Körper sondern auch die Umgebung verließ. Richtig kritisch wurde es, als ich in den Bereich Bobergs kam. Hier war ich noch nie zuvor in meinem Leben.

Das Problem hier war dann die hereinbrechende Dunkelheit, die das Erkennen der Pfeile auch schwerer machten. Ab und zu wurde ich von Mitläufern und Mitläuferinnen überholt. Gemeinsamkeit wurde hochgeschätzt, so fragte ein Jeder, ob es noch gut ginge, denn nur gemeinsam kommt man ans Ziel.

In diesem Freizeitbereich Boberger Dünen habe ich dann kleine Pausen eingelegt, mir die Stirnlampe aufgesetzt und einen Pullover übergezogen. Endlich erreichte ich die hellerleuchtete Sportanlage, wo fleißige Helfer den Wanderfreunden ein weiteres Mal ein großes Angebot boten.

Allerdings, die Vernunft siegte, endete hier meine Teilnahme mit der Ausstellung meiner Urkunde und dem Beweis, 60 Kilometer den Grünen Ring beschritten zu haben. Gerne hätte ich auch die letzten vierzig Kilometer beschritten, eine Blase am linken Fuß und die Schmerzen, die mir meine Füße und Beine bereiteten, ließen ein weiteres Teilnehmen nicht mehr möglich.

Auch wenn´s dann nur 60 Kilometer waren, so muss ich ehrlicherweise zugeben, es war eine wundervolle Strecke, die man in Hamburg entweder per Fahrrad oder wie wir - per Fuß - bewältigen kann. Tendenziell würde ich auch im nächsten Jahr noch einmal an diesem Wanderevent teilnehmen, denn es ist nicht unmöglich, die 100 Kilometer zu absolvieren. Bis zu meinem Aussteigen gegen 23 Uhr war ich etwas mehr als elf Stunden (inklusive Pausen) unterwegs, hatte also noch für die restlichen vierzig Kilometer weitere zwölf Stunden, das muss doch klappen, nicht wahr? Also 2019 noch einmal ,,Mega" sein!